Fleischfressende Pflanzen, Karnivoren, Insektivoren

Pflanzen Namen – Binäre Nomenklatur

Pflanzen Namen, die Benennung von Pflanzen und Lebewesen, Entstehung der Binäre Nomenklatur. Versuche Pflanzen und Tiere nach einem einheitlichen wissenschaftlichen System zu benennen gibt es nicht erst seit gestern. Schon im Jahr 1703 stellte John Ray ein britischer Theologe, Altphilologe, Naturforscher und Botaniker in seinem Werk sechs Regeln zur Benennung von Pflanzen und Lebewesen auf, die auch in der heutigen Systematik noch Geltung haben. In der Benennung der Organismen näherte er sich der heute gültigen binären Nomenklatur. John Rays regeln besagen:
Venusfliegenfalle

  • um Verwirrung vorzubeugen, sollten Pflanzen Namen nicht verändert werden.
  • Merkmale sollten exakt definiert sein, vergleichende Merkmale sollen nicht verwendet werden.
  • Merkmale sollten leicht erkennbar sein.
  • Gruppen und Namen, die von Botanikern anerkannt werden, sollen bestand haben.
  • verwandte Pflanzen sollen nicht getrennt, einander fremde nicht vereinigt werden.
  • Merkmale dürfen nicht vermehrt werden, es sollen nur so viele Merkmale aufgeführt werden, wie zur zweifelsfreien Charakterisierung nötig sind.

Um diesen Regeln zu genügen, wurde bei vielen Pflanzen der Name immer länger, da man versuchte möglichst viele Merkmale einer Pflanze in den Namen zu packen.

Beispiel:

Der gefranste Enzian, Gentiana ciliata L. wurde vor Linnaeus so bezeichnet: Gentiana angustifolia autumnalis minor floribus ad latera pilosis.

Carl Nilsson Linnaeus (1707 – 1778) war es schließlich, der im Mai 1753 die binäre Nomenklatur (Binomina) eingeführte. Carl Nilsson Linnaeus war ein schwedischer Naturforscher. Er selbst nannte sich Carl von Linné. Carl Nilsson machte es sich zur Lebensaufgabe eine Bestandsaufnahme aller Lebewesen zu schaffen, die zu seiner Zeit bekannt waren. Diese Bestandsaufnahme brachte ihn zu einer bestimmten Form der Benennung jedes Lebewesens, um es unverwechselbar zu machen. Jedes Lebewesen benannte er mit nur zwei Wörtern, nämlich dem Gattungs und dem Artnamen.

Carl Nilsson Linnaeus bereiste im Zuge seiner Arbeit halb Europa. Tags unterrichtete er. Des Nachts arbeitete er an seinem Werke “Systema naturae”.
Die erste komplette Ausgabe seines Werkes erschien 1758 in der 10. Auflage. Sein Werk “Spezies plantarum” erschienen schon 1753. Die meisten der damals bekannten Tiere und Pflanzen sind darin aufgelistet. Alle erhielten zweigliedrige Bezeichnungen, bestehend aus Gattungsnamen und dem für die jeweilige Art. Damit war die “binäre Nomenklatur” geboren.

Binäre Nomenklatur

Wasserschläuch -  Utricularia

Bei der Bennenung von Pflanzen nach der Binäre Nomenklatur Beginnt der Gattungsname immer mit einem Großbuchstaben, der Artname wird kleingeschrieben. Weil zu Lebzeiten Linnaeus Latein die Sprache der Wissenschaft war, werden botanischen Namen auch heute noch latinisier. Dies gilt auch für Namen, die eigentlich griechischen Ursprungs sind. Wie beispielsweise der Gattungsname der präkarnivoren Sumpfkrüge, Heliamphora.

Die binäre Nomenklatur ist also die durch Carl Nilsson Linnaeus eingeführte wissenschaftliche Bezeichnung von Pflanzen und Lebewesen. Ein Artname besteht aus zwei Teilen (daher “binär”), einem Hauptwort, dass die Gattung bezeichnet und einem Adjektiv (Epitheton), das mit dem Gattungsnamen die Art eindeutig bezeichnet. Verwandte Pflanzen werden in einer Gattung zusammengefasst. Erkennbar ist dies daran, dass ihre Namen alle mit demselben Hauptwort anfangen.

Genau genommen gehört auch noch das Autorenzitat zur benenung dazu. Das Autorenzitat ist normal der Name der Person, der die Art entdeckt und beschrieben hat. Dazukommt der Name der Veröffentlichung und das Jahr der Veröffentlichung.

Bei der Namengebung vertraute Linnaeus auf den gesunden Menschenverstand. So benannte er den Menschen als Homo sapiens, behandelte ihn also als zoologisches Objekt.

Die wissenschaftlichen Namen der Pflanzen haben nur einen Sinn, sie sollen Namen sein, die es überall und jederzeit ermöglichen, eine Pflanze so eindeutig zu bezeichnen, dass eine Verwechslung nicht möglich ist. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass Gattungs- und Artname allein oft nicht ausreichend sind, um eine Verwechslung auszuschließen. Einige Arten zeigen sich sehr flexibel. Die unterschiedlichen Merkmale reichen nicht aus, um neue Arten zu beschreiben. Hierzu wurden zusätzliche neue Zusatzbezeichnungen eingeführt:

  • Unterart/Unterspecies; geografische Sippen und regionale Typen Abkürzung: ssp.
  • Variante/Varität: lokale geografische Sippen, Abkürzung: “var.” oder “v.”
  • Form: Varianten, die sich durch geringfügige Merkmale unterscheiden z.B. durch Blütenfarbe, Abkürzung: “f.”.

Beispiele:

Drosera dichrosepala ssp. enodes oder Dionaea muscipula typ red burgundy

  • Eine Unterart ssp unterscheidet sich durch eine Reihe von Merkmalen deutlich von der ursprünglich beschriebenen Art.
  • Eine Variante (var) hat einige wenige unterschiedliche Merkmale.
  • Eine Form (f) unterscheidet sich oftmals nur in einem Detail, wie etwa einer anderen Blütenfarbe.
  • Zudem werden Hybriden durch das Kreuzungssymbol “×” gekennzeichnet. Rechts und links vom Kreuzungssymbol werden die beteiligten Elternpflanzen notiert:

Beispiel:

“Drosera anglica × Drosera rotundifolia”.

Meist steht die Mutterpflanze, an erster Stelle, d.h. links vom Hybridenzeichen.
Mit Klammern wird verdeutlicht, welche Arten untereinander gekreuzt wurden, wenn mehr als nur zwei Elternpflanzen beteiligt waren, wie es bei folgender Sarracenia-Hybride der Fall ist.

Beispiel:

(S. flava × S.leucophylla) × S. purpurea.

Bei dieser Hybride wurden zuerst S. flava und S. leucophylla gekreuzt. Die daraus hervorgehende Hybride wurde dann wieder mit S.purpurea gekreuzt.

Wie man sehen kann sind die Lateinischen oder Latinisierten Namen wie z.B. Helianthus annuus alias die Sonnenblume oder Myosotis alpestris auch bekannt als das Alpenvergissmeinnicht ist für Otto Normalverbraucher meist beschwerlich und oft auch unverständlich, manche richtige Zungenbrecher.
Venusfliegenfalle Samen
Warum reicht eine deutsche Bezeichnung nicht aus, das wäre doch einfacher?

Weil eine Pflanze mehrere deutsche Namen haben kann, und einige Namen nicht nur für eine Pflanze verwendung finden. So gibt es z.B. rund 50 Arten Vergissmeinnicht Arten. Will man sich über eine bestimmte Pflanze unterhalten, kann man sich nicht sicher sein, dass der andere auch dieselbe Pflanze meint.

Ein weiteres Problem ist, dass oftmals auch ein und derselbe Name für verschiedene Pflanzen gebraucht wird. Andere Länder haben andere landestypische Bezeichnungen in ihrer Landessprache, was die Verständigung untereinander weiter erschwert.

Unter Botanikern gilt das binäre System, das Carl Nilsson Linnaeus begann, weltweit. Auch in anderen Ländern kann man in den botanischen Gärten immer die gleichen Bezeichnungen für gleiche Pflanzen finden. Dabei wird normalerweise die Familie, die Gattung und die Art auf dem Bezeichner angegeben.

Beispiel

Gattung / Artname: Dionaea
Deutscher Name: Venusfliegenfalle
Familie: Droseraceae
Vorkommen/Verbreitung: USA, North und South Carolina

Was kann man aus Pflanzenamen herauslesen?

Bei vielen Pflanzen und Tieren gibt der Name Auskunft über die Pflanze selbst. Z.b. die Beschaffenheit der Pflanze oder die Herkunft der Pflanze. Die Ähnlichkeit mit Tieren oder Gegenständen. Oft wird auch der Name des Entdeckers oder der Name eines Forscher in den Pflanzen Namen übernommen.

Auch nach Stars oder Politikern werden Pflanzen benannt. So gibt es z.B. eine bolivianische Orchidee Maxillaria gorbatschowii. Lady Gaga ist sogar Patin für eine ganze Farn-Gattung mit 19 verschiedenen Arten. Nach George W Busch würde ein „Schleimpilz-Käfer“ benannt der Agathidium bushi.

Oft beziehen die Pflanzennamen auch auf Heimatort, Herkunftsland oder Standorte einer Art. Mitunter beschreibt der Name auch die Wuchsformen oder Wuchseigenschaften oder zeigen die typischen Merkmale der Pflanze auf. Besonders häufig sind Namen, die auf die Größen hinweisen wie z.B. maximus oder giganteus.

Wer darf die Namen vergeben?

Wie werden nun wissenschaftliche Pflanzen und Tiernamen vergeben? Jeder, der die Art oder sogar Gattung zuerst entdeckt und sie beschreibt, darf ihr einen Namen geben. Entdecker einer Art bestimmen den zweiten Namen. Nach den Nomenklaturregeln von 1905 muss der Name lateinisch sein oder sich zumindest so anhören. Oft wird der eigene Namen mit i-Endung für den Genitiv verwendet.