Fleischfressende Pflanzen, Karnivoren, Insektivoren

Substrat

Das Substrat hat mehrere Funktionen, zum einen gibt es der Pflanze Halt zum anderen versorgt sich die Pflanze über das Substrat mit Wasser und Nährstoffen. Die meisten Fleischfressende Pflanzen brauchen ein wasserdurchlässiges und sehr nährstoffarmes Substrat.

Torf Normale Blumenerde, Moorbeeterde oder Torfersatzprodukte sind für Karnivoren ungeeignet, da zu viel Dünger und oft auch zu viel Kalk enthalten ist, dies führt normalerweise früher oder später zum Absterben der Pflanzen (meist früher).

Für die allermeisten Karnivoren benötigt man ein saures, pH ca. 3,5 – 4,5 und sehr nährstoff armes Substrat, das zudem Wasser halten und dennoch locker, luftig sein muss.

Nur Torf (Weismoortorf) kann diesen Ansprüchen genügen. In vielen Gartencentern gibt es inzwischen spezielle Erde für Fleischfressende Pflanzen, die auch meist ganz gut geeignet ist.

Wer jedoch selber sein Substrat mischen will, z.B. zur Anlage von Torfmooren oder zum Bepflanzen von größerer oder kleineren Behältern, sollte auf ungedüngten Weißmoortorf mit einem Zersetzungsgrad von H2 bis H4 zurückgreifen. Zu beachten ist, das man mit dem Torf verantwortungsvoll umgehen sollte, da der Torfabbau eine der Hauptursachen dafür ist das Moorlandschaften verschwinden und damit auch der natürliche Lebensraum fleischfressender Pflanzen.

Da Torf sich im Laufe der Zeit immer weiter verfestigt, werden, um ein strukturstabileres Substart zu bekommen, weiter Zusatzstoffe wie Perlit, Quarzsand, Vermiculit, Sphagnum, Blähton oder Kokosfaser beigemischt. In einigen speziellen Fällen auch Schwarztorf oder Humus und bei einigen wenigen kalkliebenden Arten Kalk.

Über die genaue Zusammensetzung des perfekten Substrates gehen die Meinungen weit auseinander, am besten ist wohl, man experimentiert selber, um sein eigene Mischung zu finden.

Substratmischungen zur groben Orientierung:

Vermiculit

  • Venusfliegenfalle

    (Dionaea muscipula)
    ca. 80% Weißtorf , 20% Quarzsand und Perlite.

  • Sonnentau, Drosera

    ca. 70% Weißtorf, 30% Quarzsand und Perlite. Bei manchen Arten kann auch 20% Quarzsand und Perlite so wie 10% Vermiculite beigemischt werden.

  • Fettkräuter, Pinguicula

    ca. 70% Weißtorf, 10% Quarzsand, 5% Perlite, 10% Vermiculite. Bei manchen Arten (Die Winterharten) Kann noch 5% Ton, 10% Dolomitkalk beigemischt werden. Bei tropische Piguicula kann man Torf und Quartssand jeweils zur hälfe mischen.

  • Kannenpflanzen, Nepenthes

    ca.45% Weißtorf , 15 % Kokosfasern, 10% Perlite , 10% Vermiculite, 15% Pinienrinde, 5% Sphagnum

  • Sumpfkrüge, Heliamphora

    ca. 50% Weißtorf, 10% Kokosfasern, 10% Quarzsand, 20% Perlite, 10% Sphagnum

  • Schlauchpflanzen, Sarracenia

    ca. 80% Weißtorf , 10% Quarzsand , 5% Perlite, 5% Vermiculite

  • Kobralilie, Darlingtonia californica

    ca. 70% Weißtorf , 10% Quarzsand , 10% Perlite, 10% Sphagnum

  • Wanzenpflanzen, Roridula

    ca. 60% Weißtorf, 25% Quarzsand, 10% Perlite, 5% Vermiculite

  • Zwergkrug, Cephalotus follicularis

    ca. 70% Weißtorf, 10% Quarzsand, 20% Perlite

Quarzsand
Bevor man seine Pflanzen in das Substrat bringt, sollte dieses gut gewassert sein. Am besten, man stellt den Topf mit dem Substrat für ein paar Stunden in eine Wanne mit Wasser.

Gibt man seiner Substrat Mischung Sphagnum bei, sollte man besonders bei jungen, kleinen Pflanzen schauen, das sie nicht vom Sphagnum überwuchert werden, man kann das Sphagnum ab und zu mit einer kleinen Schere zurück schneiden.

Im allgemeinen gilt für das Substrat, das die meisten Fleischfressenden Pflanzen einigermassen tolerant sind was das Substrat angeht, man kann also nicht allzu viel falsch machen… viel Spaß beim Substrat mischen