Fleischfressende Pflanzen, Karnivoren, Insektivoren

Fallentypen Fleischfressende Pflanzen

Pflanzen ernähren sich in der Regel von Nährstoffen aus dem Boden, dabei handelt es sich um anorganische Verbindungen (kohlenstofffreie Verbindungen) wie Wasser, Kohlendioxid, Phosphat, Kalium und Nitrat. Was jedoch tun wenn der Boden zu mager ist und der Pflanze nicht genügend Nährstoffe zum leben bieten kann?

Sarracenia purpurea Einen Ausweg haben die Weltweit etwa 600 Arten Fleischfressender Pflanzen gefunden, sogenannte Karnivoren, die sich auf das Fangen von Insekten spezialisiert haben, um so ihren Nährstoff Versorgung zu verbessern. Die acht Familien der karnivoren Pflanzen unterteilen sich in 19 Gattungen zu denen auch einige Prä-karnivore Gattungen gehören, die sich durch ihr Erscheinungsbild sowie ihre Fangmechanismen voneinander unterscheiden. Einige Pflanzen bezeichnet man auch als Prä-karnivor, da sie zwar Insekten anlocken und auch fangen, jedoch ihren Fang nicht selbst verdauen können (Roridula, Bromelien).

Die Fleischfressende Pflanzen haben die Fähigkeit zum insekten fang entwickelt, um sich an extrem nährstoffarmen Lebensräumen anzusiedeln. Um dort überlegen zu können haben sie verschiedene Methoden entwickelt um kleinere Lebewesen anzulocken, zu fangen und schließlich zu verdauen, um die Nährstoffe für sich zu nutzen. Diese besondere fähigkeit ermöglicht den Karnivoren die Ansiedlung in sehr sauren Böden wie z.B. in Torfmooren, sauren Gewässern, oder Sandböden. Einige Arten wachsen auch epiphytische.  Alle Karnivoren haben gemeinsam, das es sich bei ihrem Lebensraum meist um sehr spezielle Gebiete, die oft sehr selten sind, handelt.  Bis heute werden immer wieder neue Arten mit unterschiedlichen Fallentypen entdeckt werden.

Fallentypen

Wie gelangen die Tiere in die Fallen – und welche Tiere werden gefangen und gefressen?

Die Art und weise wie die Pflanzen Insekten Fangen ist jedoch sehr unterschiedlich. Man unterscheidet bei den Karnivoren fünf verschiedene Fallentypen. Neben Klebefallen, die ihre Opfer mit Kleb der an Drüsen oder kleinen Tentakeln ausgeschieden wird festhalten, gibt es Klappfallen die über dem Opfer im Bruchteil von Sekunden zusammen klappen. Reusen-fallen, ein Art Labyrinthe aus dem das Opfer nicht mehr herausfindet. Drosera Capensis Saugfallen die ihre Beute durch einen Unterdruck ansaugen und schließlich Fallgrubenfallen aus denen die Opfer nicht mehr herauskommen. Die Verdauung erfolgt über Enzyme, oder durch Bakterien die in Sekreten enthalten sind.

Nach ihrer Fähigkeit zur Bewegung, im Zusammenhang mit dem Festsetzen oder Verdauen der Beute lassen sich die fleischfressenden Arten, in aktive oder passive Jäger einteilen. Unter einer aktiven Falle versteht man einen Fangmechanismus, bei dem die Pflanze beim Fang oder nach dem Fang ihrer Nahrung eine aktive Bewegung ausführt. Wie z.B. das Zusammenklappen der Falle bei Dionaea muscipula (Venusfliegenfalle). Bei einer passiven Falle ist das nicht der Fall, es gibt keine Bewegung der Pflanze.

Übersicht Fallentypen aktive:

  • Wasserfalle, Aldrovanda vesiculosa Klappfalle
  • Venusfliegenfalle Dionaea muscipula Klappfalle
  • Sonnentau Drosera Klebfalle
  • Fettkräuter, Pinguicula Klebfalle
  • Wasserschläuche, Utricularia Saugfalle

Übersicht Fallentypen passive:

  • Hakenblatt Triphyophyllum peltatum Klebfalle
  • Brocchinia reducta Grubenfalle
  • Taublatt Drosophyllum lusitanicum Kleppfalle
  • Schlauchpflanzen Sarracenia Grubenfalle
  • Reusenfalle Genlisea Reusen-falle
  • Sumpfkrüge Heliamphora Grubenfalle
  • Kannenpflanzen Nepenthes Grubenfalle
  • Regenbogenpflanzen Byblis Klebfalle
  • Wanzenpflanzen, Roridula Kleppfalle
  • Zwergkrug Cephalotus follicularis Grubenfalle
  • Kobralilie, Darlingtonia californica Grubenfalle
  • Schusspflanzen Stylidium Kleppfalle

Meist handelt es sich bei den Opfer der Fleischfressenden Pflanzen um Insekten wie Fliegen, Hummeln, Biene, Armeisen Falter Schnaken oder Spinnen. Karnivoren, die Aquatisch leben, ernähren sich von kleinsten Schwimmtieren. Einige wenige Arten fangen aber auch größere Säugetiere oder Amphibien. Großen Kannenpflanzen gehen sogar Mäuse und Ratten in die Falle. Selbst kleine Affen hat man schon in den Kannen gefunden.
Die Pflanzen locken ihre Opfer mit Duftstoffen an, die angenehm nach Nektar so wie auch übel nach Aas riechen können. Durch Farben und oder Gerüche führt die Pflanze ihre Beute an der Nase herum – und lässt sie in die Falle tappen. Finger abbeißen oder Kinder auffressen können die Pflanzen jedoch nicht.