Fleischfressende Pflanzen, Karnivoren, Insektivoren

Fleischfressende Pflanzen

Fleischfressende Pflanzen sind faszinierend – dies, liegt sicher nicht nur an der Tatsache, dass sie die allgemeingültige Ordnung “Tiere fressen Pflanzen” umkrempeln. Sonder auch an den vielfältigen außergewöhnlichen Formen und Farben der Pflanzen. Fleischfressender Pflanzen, Karnivoren, werden in 15 bis 17 meist in 19 unterschiedliche Gattungen eingeteilt, darunter auch einige prä-karnivore Gattungen.

Venusfliegenfalle, red burgundy

Über 1000 karnivore Arten sind bekannt, dazu kommen noch einige arten von Prä-Karnivoren, die zwar Insekten fangen, diese jedoch nicht selbstständig verdauen können oder bei denen nicht klar ist, ob sie ihre Beute verdauen können. Außer fleischfressenden Pflanzen sind auch Mose und Pilze bekannt die carnivore Eigenschaften besitzen und es werden fortlaufend weitere entdeckt.

Karnivore Pflanzen und prä-karnivore Pflanzen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von anderen Blütenpflanzen. Sie bestehen aus einer Wurzel, die zur Nahrung und Wasseraufnahme dient, einem Spross und dem Blatt, in dem wie bei “gewöhnlich” Pflanzen die Fotosynthese stattfindet. Zur Fortpflanzung bilden sie Blüten aus, die oft an sehr langen Stängeln wachsen, um zu gewährleisten, das Insekten die die Blüte besuchen ungeschoren davonkommen und die Pollen zu anderen Pflanzen weitertragen.

Obwohl man meinen könnte, bei fleischfressenden Pflanzen handelt es sich um Exoten, so ist es doch so, dass sie in den verschiedensten Gebieten der Erde zu finden sind. Man findet sie auf allen Kontinenten in den unterschiedlichsten Lebenszonen mit Ausnahme der Antarktis. Überwiegend kommen fleischfressende Pflanzen in Mooren und Feuchtgebieten vor, sowohl aquatisch als auch terrestrisch. Außerordentlich mannigfaltig an Karnivoren sind die Tropen und Subtropen. Viele der Karnivoren und prä-karnivoren Arten sind auf bestimmte Lebensräume spezialisiert, deshalb gibt es viele Arten nur an ausgesuchten Plätzen. Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) z. B. wächst nur in North und South Carolina in den USA. In Australien sind sehr viele Sonnentaue (Drosera) heimisch und auch in Europa findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Gattungen und Arten. Selbst in Deutschland sind die Karnivoren mit 4 Gattungen (Fettkraut, Wasserschlauch, Wasserfalle, Sonnentau) und 14 verschiedenen Arten vertreten.

Die verschiedenen Standorte haben gemein, dass die Böden meist sehr sauer und nährstoffarm sind. Durch diese Tatsache sind die fleischfressenden Pflanzen auf zusätzliche Nahrung angewiesen und haben ihre karnivoren Eigenschaften ausgebildet.
Verschiedene Arten einer Gattung kann man unter den verschiedensten Bedingungen in der freien Natur finden. Es gibt die aquatischen Pflanzen, die sich dem Wasser angepasst haben. Epiphyten wachsen auf anderen Pflanzen, sind jedoch keine Schmarotzer, andere Pflanzen werden lediglich als Unterlage verwendet, um dem Sonnenlicht ein Stückchen näherzukommen. Die meisten Pflanzen wachsen jedoch, auf der Erde, also terrestrisch.

Karnivore Pflanzen kommen fast ausnahmslos an sehr sonnigen Standorten vor. Die meisten Arten wachsen auf feuchten Böden oder in Regionen mit einer hohen luftfeuchte von über 70%.
Durch ihre besonderen Ansprüche an den Standort kommen fleischfressende Pflanzen besonders artenreich in Mooren der Gemäßigte Breiten sowie in tropischen Hochgebirgen vor. Im tropischen Regenwald sind nur wenige Karnivoren beheimatet, da es dort meist zu schattig ist. In Trockengebieten sind nur wenige fleischfressende Pflanzen zu finden und diese sind meist zumindest auf eine kurze Regenzeit angewiesen.

Die Fangmethoden

Man unterscheidet zwischen verschiedenen raffinierten Fangmethoden. Diese werden, nach der Fähigkeit zur Bewegung beim Fang- oder Verdauungsvorgang, in passive oder aktive Fallen charakterisiert.

  • Klappfallen, (aktive Falle) die wohl bekannteste Karnivore mit Klappfallen ist die Venusfliegenfalle. Es handelt sich dabei um eine aktive Falle, bestehend aus zwei Blatthälften, welche durch Reizauslösung in Bruchteilen von Sekunden zusammenklappen. Diese Bewegung zählt mit zu den schnellsten im Pflanzenreich. Nach dem Verschließen wird das Insekt durch Sekrete zersetzt und die freigesetzten Nährstoffe werden von der Pflanze aufgenommen.
  • Saugfallen, (aktive Falle) die Saugfalle kommt bei den Arten der Utricularia zum Einsatz. Die Pflanzen bilden kleine Bläschen, in denen ein Unterdruck herrscht. Stößt nun ein Beutetier an die Fühlborsten der Falle, öffnet sich eine Klappe und das Opfer wird eingesaugt, die Klappe schließt sich und die Beute wird verdaut.
  • Grubenfallen, (passive Falle) meist trichterförmig gebaute Blätter, in die, die Opfer hineinfallen und nicht wieder herauskommen.
  • Reusenfallen, (passive Falle) Reusenfallen sind die am kompliziertesten aufgebauten Fallen, die Beute kann in der Reuse nur in eine Richtung weitergehen, der Rückweg wird ihr z.B. durch lange Reusenhaare verwehrt, die Beute kommt so zwangsläufig in den Verdauungstrakt der Pflanze, wo sie dann verdaut wird. Die Reusenfalle findet man bei allen Arten der Genlisea so wie bei Sarracenia psittacina und einigen Moosgattungen.
  • Klebefallen, (aktive/passive Falle) bei den Klebefallen unterscheidet man aktive und passive Fallen. Beide bestehen aus Drüsen in den Tentakelspitzen der Pflanzen die ein Sekret, ausscheiden an dem das Beutetier anhaftet. Die aktiven Klebefallen können im Gegensatz zu den Passiven die Blätter und Tentakel bewegen, was ein effektiveres Einschleimen der Beute bewirkt.

Venusfliegenfalle  Jungpflanze

Naturschutz und Ökologie

Trotz zunehmenden Anstrengungen zum Schutz und Erhalt fleischfressender Pflanzen und deren Lebensräumen sind fleischfressende Pflanzen immer noch durch Brandrodung oder Abholzung der Regenwälder und Trockenlegung von Mooren und Feuchtgebieten, zunehmend in ihrem Bestand bedroht.
Einige Arten sind bereits ausgerottet, andere stehen kurz davor.

Einheimische (Deutsche) und mitteleuropäische Karnivoren wie z.B. einige Sonnentauarten, Wasserschläuche und Fettkräuter stehen deshalb unter strengem Naturschutz.
Auch die meisten anderen fleischfressenden Pflanzen sind aufgrund zunehmender Umweltgefährdung streng geschützt. Wegen der großen Nachfrage als Zimmerpflanzen und wegen der Zerstörung ihrer teils sehr speziellen natürlichen Lebensräumen sind viele karnivore Arten vom Aussterben bedroht. Eine unbekannte Zahl ist sogar schon unwiderruflich verloren gegangen.

Alle fleischfressenden Pflanzen Mitteleuropas stehen unter Naturschutz und auch viele im Ausland vorkommende Arten stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Die faszinierend Welt fleischfressender Pflanzen

Auf Monsterpflanzen.de dreht sich alles um fleischfressende Pflanzen. Kultur, Pflege, Vermehrung und Schutz. Ich habe mich bemüht, bemühe mich, einen möglichst großen Überblick über den Artenreichtum karnivorer Pflanzen zu geben.

Auf dieser Seite findest Du Beschreibungen zu verschiedenen fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren) Gattungen und Arten. Außerdem findest Du Beschreibungen, Bilder und ausgewählte Links zu den unterschiedlichen fleischfressenden Pflanzen.
Es gibt es Tipps und Tricks zur Pflege Deiner kleinen “Monsterpflanzen”. Da die meisten fleischfressenden Pflanzen ausgesprochene Spezialisten sind, ist es oft nicht einfach, die optimalen Bedingungen für die unterschiedlichen Pflanzen zu schaffen.

Du bekommst einen Überblick über die Lebensräume von Karnivoren und deren Schutz. Da Hochmoore trockengelegt und Regenwälder abgeholzt werden stehen diese Lebensräume unter strengem Naturschutz. Das Sammeln der Pflanzen ist strafbar.

Das Ziel von Monsterpflanzen.de ist es, möglichst viele Informationen über Karnivoren zu sammeln. Möglichst bald sollen Beschreibungen der Gattungen; Aldrovanda (Wasserfalle).
Brocchinia (Bromelie), Byblis (Regenbogenpflanze), Catopsis (Bromelie), Cephalotus (Zwergkrug), Darlingtonia (Kobralilie), Dionaea (Venusfliegenfalle), Drosera (Sonnentau), Drosophyllum (Taublatt), Genlisea (Reusenfalle), Heliamphora (Sumpfkrug), Ibicella (Teufelskralle), Nepenthes (Kannenpflanze), Pinguicula (Fettkraut), Proboscidea (Teufelskralle), Roridula (Taupflanze), Sarracenia (Schlauchpflanze), Triphyophyllum (Dreifaltigblatt), Utricularia (Wasserschlauch) dazu kommen.

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